Was tun bei Augenschmerzen? Zunächst solltest Du wissen, welche Augenschmerzen bei Dir genau vorliegen und aus welchem Grund diese entstehen.

Sollten die Beschwerden länger anhalten oder stark ausgeprägt sein, solltest Du gleich einen Augenarzt aufsuchen. Dieser stellt dann die Diagnose und setzt zu einer Therapie an. Zu all diesen Themen erhältst Du in diesem Artikel umfassende Informationen.

Solltest Du es in Zukunft vermeiden wollen, regelmäßig an trockenen oder brennenden Augen zu leiden oder Deine Augen trainieren wollen, können Dir unsere Übungsanleitung für die Augen und die Heilmethoden für kleinere Beschwerden am Auge weiterhelfen. Diese stellen wir Dir ebenfalls in diesem Beitrag vor. Gut zu wissen ist dabei, dass die meisten Schmerzen im Auge harmlose Beschwerden darstellen und oftmals keine schwere Erkrankung sind.

Symptome

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Man kann im Allgemeinen zwei verschiedene Schmerzbereiche bei Schmerzen im Auge unterscheiden. Sollten die Beschwerden den Augapfel betreffen, liegen okulare Schmerzen vor. Die Schmerzen werden hierbei oftmals als juckend und brennend empfunden. Wenn die Beschwerden mehr die Augenhöhle betreffen, liegen orbitale Schmerzen vor. Meist hat der Patient dabei stechende Augenschmerzen und ein Druckgefühl am Auge.

Indem die Schmerzen lokalisiert werden, kann man Rückschlüsse auf Überanstrengungs-Zustände oder bestimmte Augen-Krankheiten ziehen. Einseitige Augenschmerzen hingegen können ebenfalls bei der Diagnose helfen. Je nachdem, wo einseitige Schmerzen am Auge lokalisiert werden, kann das für die Ärzte ein Hinweis auf mögliche Erkrankungen sein.

  • Brennende, trockene Augen: Diese entstehen, wenn beim Starren auf den Bildschirm die Frequenz vom Lidschlag nachlässt und dabei keine richtige Verteilung der Tränenflüssigkeit mehr vorliegt.
  • Jucken und Rötung: Diese Augenschmerzen entstehen bei einer Heuschnupfen-Allergie oder bei einer bakteriellen Infektion. Mitunter steht eine Bindehautentzündung oder eine Hornhautentzündung unter Verdacht.
  • Ermüdung: Überanstrengung der Augen oder monotones Starren auf einen Bildschirm.
  • Ständiges Tränen: Diese Beschwerde liegt bei einer akuten Entzündung wie Bindehaut- oder Hornhautentzündung vor. Tränende Augen können jedoch auch die Klimaanlage, kalter Luftzug oder Wind verursachen.
  • Lichtempfindlichkeit: Kontraste und Bildschirmeinstellungen sind hierbei häufig falsch gewählt worden.
  • Probleme beim Fokussieren: Die Schrift ist beispielsweise zu klein.
  • Verschwommene Sicht: Beim Starren auf den Monitor liegt ein angestrengtes Fokussieren vor.
  • Flackern und Flimmern: Diese Beschwerden entstehen bei Bildschirmarbeit.
  • Augenschmerzen bei Bewegung der Augen: Augenschmerzen beim Bewegen der Augen entstehen oftmals bei zu seltener Augenbewegung. Aufgrund des monotonen Starrens auf Bildschirme verfilzen die Faszien und die Augenmuskulatur ist unflexibel.
  • Schwellung der Augenlider: Diese deuten auf eine akute Entzündung der Augen hin, sind aber ebenfalls bei Clusterkopfschmerzen ein eindeutiges Anzeichen.
  • Clusterkopfschmerzen: Mit gleichzeitiger Ausstrahlung in die Augenhöhle oder „hinter die Augen“.

Ursachen

Im Folgenden erfährst Du über mögliche Gründe für Augenschmerzen.

Am Auge

  • Falsche Brille oder Kontaktlinsen
  • Sehfehler, beispielsweise Alterssichtigkeit, Weitsichtigkeit, Asthenopie / Heterophorie
  • Glaukom-Anfall (sogenannter Winkelblock)
  • Hornhautprobleme wie Hornhautgeschwür oder Hornhautentzündung
  • Tränendrüsen- und Liderkrankungen, zum Beispiel Lidentzündungen, einwärtsgedrehtes Lid (Entropium), trockene Augen, Tränendrüsenentzündung
  • Entzündungen an der mittleren Augenhaut, die auch als Uvea (Uveitis oder Iritis, Iridozyklitis) bezeichnet werden
  • Entzündung am Augeninneren (Endophthalmitis), die durch Erreger entstehen, wie Bakterien, seltener Pilze
  • Erkrankungen an der Lederhaut (Skleritis, Episkleritis)
  • Verletzungen (Prellung, Fremdkörper im Auge, Verbrennung, Verätzung, Insektenstich am Auge)

Im Bereich der Augenhöhle

  • Muskelentzündung (Myositis)
  • Sehnervenentzündung (Retrobulbärneuritis, Optikusneuritis)
  • Endokrine Ophthalmopathie
  • Tolosa-Hunt-Syndrom, Pseudotumor der Augenhöhle
  • Tumore an der Augenhöhle
  • Augenhöhlen-Vereiterung (Orbitaphlegmone)

In der Umgebung vom Auge

  • Nasennebenhöhlenerkrankungen (Geschwülste, Entzündungen)
  • Spezielle Schlaganfall-Form, bei dem in der Wand von der Halsschlagader ein Einriss vorliegt (Karotisdissektion)

Diagnose

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Generell ist bei Augenschmerzen zuerst der Augenarzt gefragt. Augenleiden kann der Augenarzt frühzeitig erkennen und daraufhin zuverlässig behandeln. Mitunter ist die Behandlung durch den Augenarzt für die Sehkraft die einzige Rettung.

Für die Diagnose ist das individuelle Krankheitsbild ausschlaggebend. Ob Medizintechnik oder Blickdiagnose, wie die Diagnose gestellt wird, ist abhängig vom Krankheitsbild und zudem von der individuellen Ausprägung des Krankheitsbildes. Bei einem Notfall muss die Diagnose immer schnell erfolgen, gerade wenn plötzliche Sehstörungen oder akute Augenschmerzen vorliegen.

Sollte genug Zeit vorliegen, wird der Augenarzt den Patienten zuerst genauer nach den Beschwerden fragen. Sollten neben den Augenschmerzen zum Beispiel eine erhöhte Blendungs- und Lichtempfindlichkeit vorliegen, so können die möglichen Krankheitsursachen schon eingegrenzt werden. Die persönliche Krankheitsgeschichte des Patienten und Einzelheiten über Krankheiten in der Familie (Anamnese) können weiteren Aufschluss geben.

Im Arzt-Patienten-Gespräch ist die Anamnese ein wichtiger Bestandteil der Diagnose. Vor allem, wenn Befunde fehlen, die richtungsweisend sind, ist oftmals eine genaue Dokumentation der Geschichte der Krankheit hilfreich. Daraufhin hängt die Frage von dem weiteren Vorgehen davon ab, ob die Beschwerden tatsächlich vom Auge ausgehen oder aus der Umgebung des Auges stammen.

Der Arzt lenkt seinen Blick bei der Untersuchung des Auges auf den Verdachtsbereich und gleichzeitig untersucht er systematisch das Auge Schritt für Schritt. Hierbei geht es unter anderem um das Gesichtsfeld, die Sehschärfe (Visus), die Augenbeweglichkeit, Spiel und Weite der Pupillen und die Entfernungseinstellungen (sogenannte Akkomodation). Damit all diese Augenfunktionen geprüft werden, stehen gewisse Techniken und Tests zur Verfügung. Dabei hängt es vom Einzelfall ab, welche notwendig sind.

Um das Auge zuverlässig zu beurteilen, leistet die sogenannte Spaltlampe sehr gute Dienste. Mit diesem Gerät, das für den Augenarzt eine zentrale Rolle einnimmt, kann er die vorderen und ebenfalls die mittleren Augenabschnitte wie unter einem Mikroskop detailgenau einsehen. Damit der Augenarzt ebenfalls den Sehnervenkopf, die Netzhaut mit den Gefäßen und die Makula (Stelle vom schärfsten Sehen) betrachten kann, nutzt dieser oftmals eine aufgesetzte Kontaktoptik. Mit einem Lokalanästhetikum (Mittel zur örtlichen Betäubung) stellt der Augenarzt das Auge zuvor ruhig. Zudem verabreicht er für die Erweiterung der Pupillen Augentropfen vor der Untersuchung der Funduskopie (Augenhintergrund). Der Augenarzt kann den Augenhintergrund deutlicher einsehen, wenn die Pupillen weit sind.

Sollte der Augeninnendruck erhöht sein oder ein Glaukom (grüner Star) bereits vorliegen und ebenfalls für eine Früherkennung dieser Krankheit, misst der Augenarzt beispielsweise den Augeninnendruck (Tonometrie).

Hat der Augenarzt ein trockenes Auge im Verdacht, untersucht er die Menge und Qualität der Tränenflüssigkeit mit einem Schmier-Test oder er führt eine Messung der Aufrisszeit von dem Tränenfilm durch. Zudem können die Tränenwege ebenfalls mithilfe von Endoskopie und Röntgen untersucht werden. Darüber hinaus überprüft der Augenarzt die Unversehrtheit und Empfindlichkeit der Hornhaut. Falls an den Augen eine Infektion vorliegt, nimmt der Augenarzt einen Abstrich wie von der Hornhaut oder Bindehaut oder er entnimmt zur Erregeraustestung eine Sekretprobe.

Für die Netzhaut, Aderhaut oder dem Sehnerv gibt es spezielle Untersuchungen. Ein Beispiel ist die optische Kohärenztomografie (Laservermessung der Sehnervenfasern, die sogenannte OCT). Spezialisten hingegen untersuchen Fehlstellungen der Augäpfel, beispielsweise Schielen (dieses Fachgebiet der Augenheilkunde wird als Strabologie bezeichnet) oder in Bezug zu den Augen neurologische Störungen.

Therapie

Da Schmerzen im Auge aus zahlreichen möglichen Gründen entstehen, unterscheidet sich die Behandlung je nach Patienten.

Sollten die Schmerzen durch das Auge selbst verursacht worden sein, behandelt der Arzt die Beschwerden meist mit entzündungshemmenden und/oder schmerzstillenden Augentropfen. Eine Operation wird erst dann notwendig, wenn die Arzneimittel nicht wirken. Zum Beispiel kann ein solcher Fall bei einem Glaukom vorliegen, wenn trotz Arzneimitteln der Augeninnendruck nicht sinkt.

Sollte die Sehhilfe Schmerzen verursachen, solltest Du sofort einen Spezialisten aufsuchen. Die Sehstörung kann dieser dann entsprechend korrigieren. Bei Augenschmerzen sollten Kontaktlinsenträger erneut eine Brille nutzen. Außerdem sollten die Augen geschont werden.

Generell wird bei neurologischen Fällen ein CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomografie) durchgeführt. Diese geben bezüglich der Schmerzen im Auge über den genauen Ursprung Aufschluss. Häufige Gründe für Schmerzen im Auge sind Migräne und Kopfschmerzen. Patienten erhalten zur Linderung der Beschwerden Schmerzmittel. Ärzte empfehlen zusätzlich Sport und Entspannungstraining, damit die Kopfschmerzen reduziert werden. Eine Verhaltenstherapie kann in einigen Fällen ebenfalls sinnvoll sein. Bei der Verhaltenstherapie werden Angewohnheiten verändert, die Kopfschmerzen begünstigen und fördern.

Ist eine Erkältung oder Grippe der Grund für die Augenschmerzen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung, verschreiben Ärzte oftmals schleimlösende Präparate und abschwellende Nasensprays, damit die Atemwege befreit werden und wenn nötig, auch Schmerzmittel.

Sollten nach einer zahnärztlichen Behandlung Augenschmerzen auftreten, wird eine chirurgische Sanierung durchgeführt. Darunter versteht man, dass die schmerzverursachende Stelle vom Arzt nochmals operiert wird.

Ganz gleich, wodurch die Schmerzen am Auge entstehen, damit Du wieder gesund wirst, solltest Du Dich und Deine Augen schonen. Deine Augen solltest Du nicht zusätzlich anstrengen, indem Du fernsiehst, am Computer arbeitest oder liest.

Übungen für die Augen

Nachfolgend kannst Du zwei Übungen für Deine Augen vorfinden, die gegen Augenschmerzen hilfreich sein können.

Übung 1: Die Blickrichtung verändern

Diese Übung trainiert die Augen und integriert, was wegfällt bei der täglichen Arbeit vor dem Bildschirm. Dabei sollen die Augenbewegungen erneut antrainiert werden und die Muskeln deutlich flexibler arbeiten.

Dafür solltest Du Dich von Deinem Schreibtisch wegsetzen. Am besten nimmst Du eine entspannte Haltung ein und veränderst Deine Blickrichtung. Deinen Kopf solltest Du für die folgenden Blickrichtungen gerade halten und ausschließlich Deine Augen bewegen. Für einige Zeit blickst Du zuerst nach oben, daraufhin nach unten und danach längere Zeit nach rechts und dann nach links. Hierbei solltest Du Dich richtig anstrengen. Diese Übung darf sich ruhig wie ein kleines „Krafttraining“ anfühlen.

Übung 2: In die Ferne sehen und nicht Fernsehen

Für diese Übung streckst Du Deinen Arm nach vorne und die Handinnenfläche wendest Du Deinem Gesicht zu. Nun kannst Du in Deine Hand schauen und nach und nach die Hand in Richtung Deines Gesichts bewegen. Folge der Handinnenfläche mit dem Blick und anschließend streckst Du Deinen Arm wieder aus. Nun blickst Du Deine Hand wieder an und daraufhin schaust Du über die Hand hinweg. Blicke nun in die Ferne und wähle einige Objekte aus, die näher und auch weiter weg liegen. Fokussiere diese abwechselnd.

Mit dieser Übung gewöhnst Du Deine Augen erneut an verschiedene Entfernungen. Das Auge kann sich erneut scharf einstellen und trainiert dabei gleichzeitig die Regelung von der Linsen-Krümmung.

Hausmittel gegen Augenschmerzen

Aus völlig verschiedenen Gründen können Augenschmerzen entstehen. Wir stellen Dir nachfolgend einige Heilmittel für Deine Augen vor, die Du mit kleinen Hilfsmitteln anwenden kannst.

Sollten die Augenschmerzen sich nicht nach kurzer Zeit bessern und stattdessen andauern, solltest Du stets einen Augenarzt aufsuchen. Allerdings gibt es einige Heilmittel, mit denen Du die Augenschmerzen verringern und für Entspannung sorgen kannst.

  • Wenn Du Deine Augen durch Fernsehen, Bildschirmarbeit oder Lesen überanstrengt hast, ist es oft schon hilfreich, wenn Du für wenige Minuten Deine Lider geschlossen hältst.
  • Häufig entstehen Reizungen ebenfalls durch Kontaktlinsen. Daher solltest Du Deinen Augen eine Pause gönnen und eine Brille tragen, bis Deine Beschwerden am Auge abgeklungen sind.
  • Sollte sich im Auge ein Fremdkörper befinden, kannst Du diesen mit einer Kochsalzlösung oder lauwarmem Wasser herausspülen. Eine sogenannte Augenspülflasche eignet sich hierbei besonders für den Einsatz.
  • Wenn sich ein Gerstenkorn aufgrund einer verstopften Talgdrüse gebildet haben, kann das besonders schmerzhaft sein. Hilfreich ist es hierbei, das betroffene Auge mit lauwarmem Kamillentee zu betupfen oder einen aufgekochten, ausgepressten und abgekühlten Schwarzteebeutel aufzulegen. Die Heilung fördern dabei die Gerbstoffe im Tee.
  • In der Regel werden Augenschmerzen, die aufgrund von Hornhautverletzungen oder Bindehautentzündungen entstehen, mit antibiotischen Augentropfen zuverlässig behandelt. Nach einer entsprechenden Diagnose verschreibt Dein behandelnder Augenarzt Dir ein solches Medikament.
  • Ein weiterer Tipp: Wenn Du viel am Bildschirm arbeitest, trocknen Deine Augen schneller aus und ermüden. Damit Du hierbei Schmerzen im Auge vorbeugen kannst, solltest Du mehrmals täglich eine Tränenersatzflüssigkeit verwenden. Damit hältst Du Deine Augen feucht. Für Kontaktlinsenträger gibt es ebenfalls entsprechende Präparate.
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