Rückenschmerzen sind mittlerweile eine richtige Volkskrankheit. Dazu zählen auch Lendenwirbel Schmerzen. Sie werden von dir entweder als ziehend oder als drückend empfunden.

Bei einem plötzlich auftretenden heftigen Schmerz im Umfeld der Lendenwirbelsäule spricht man auch von einem „Hexenschuss“. In einem solchen Fall kannst du dich nur mehr eingeschränkt bewegen, da sogar die kleinsten Bewegungen als so schmerzhaft empfunden werden, dass du für eine Zeit lang in gebückter Haltung verharren musst. Eine für dich absolut quälende Situation.

Unterschiedliche Auslöser verursachen Lendenwirbel Schmerzen

Die genauen Ursachen der Lendenwirbel Schmerzen können sehr unterschiedlich sein. So kann es zum Beispiel zu Lendenwirbel Schmerzen beim Bücken kommen. Die Lendenwirbel sind deutlich größer als die anderen Wirbel des Rückens. Sie haben sehr viel Gewicht zu tragen. Außerdem belastest du sie durch zahlreiche alltägliche Bewegungen. Dazu gehört das seitliche Drehen nach rechts oder links. Häufig fällt der Rückenschmerz so stark aus, dass ein Bandscheibenvorfall dafür verantwortlich gemacht wird. Auch ein Hohlkreuz kann der Auslöser für die Schmerzen im Lendenwirbel sein. Außerdem ist es möglich, dass sich deine Lendenwirbel im Laufe der Jahre (degenerativ) verändern.

Die Schmerzen selbst werden häufig durch Verspannungen und Verkrampfungen der Muskeln und Nerven im Rücken verursacht.

Weitere Umstände begünstigen Lendenwirbel Schmerzen

Wie bereits angeführt begünstigen auch eine schlechte Haltung und Fehlbelastungen, wie langes Arbeiten vor dem Computer die Schmerzen am Lendenwirbel. Beim Heben hoher Lasten kann sich ein Wirbel verschieben oder es wird sogar ein Muskel gezerrt. Durch Bewegungsmangel, Stress und Überforderung kann sich das Leiden noch zusätzlich verstärken. Auch Übergewicht kann sich negativ auf deinen Rücken auswirken. Häufig treten die Schmerzen auf, sobald du dich im Bett umdrehst oder wenn du dir die Schuhe bindest. Die Beschwerden werden beim Aufrichten aus einer gebückten Haltung meist noch verstärkt. Auch nach längerem Sitzen können die Lendenwirbel Schmerzen ansteigen.

Lendenwirbel Schmerzen vorbeugen

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Häufig ist zu wenig Bewegung der Auslöser für die Lendenwirbel Beschwerden. Durch Übergewicht wird die Lendenwirbelsäule stark beansprucht. Verschiedene Teesorten können dir wirksam beim Abnehmen helfen. Mit regelmäßigem Sport kannst du deinen Rücken stärken und seine Stabilität erhöhen. Wenn du schwere Gegenstände hochnimmst, gehst du mit geradem Rücken in die Knie und hebst die Last mit beiden Armen an. Sofern du länger am Schreibtisch angebunden bist, ist es wichtig, dass du deine Sitzhaltung von Zeit zu Zeit änderst. Mit speziellen Trainingseinheiten im Rahmen einer Rückenschule kannst du verschiedene Techniken erlernen, um deinen Rücken zu stärken. Eine starke, gleichmäßig ausgebildete Bauchdecke und eine stabile Rückenmuskulatur sind der beste Schutz gegen Lendenwirbel Schmerzen. Dadurch kannst du nämlich zusätzlich Fehlhaltungen vorbeugen. Du musst dazu nicht unbedingt regelmäßig ein Krafttraining absolvieren. Es könnte deinem Rücken eventuell (je nachdem das Training aufgebaut ist) sogar schaden. Mit ausgiebigen Spaziergängen und regelmäßigen Bewegungen stärkst du nicht nur deinen Rücken, du sorgst sogar für deine ganzheitliche Gesundheit. Auch beim Schwimmen trainierst du deine Muskeln. Die Wirbelsäule wird beim Schwimmen total entlastet, da sie dein Körpergewicht nicht tragen muss.

Übungsbeispiele zur Mobilisation der Lendenwirbelsäule

  • Du liegst in der Seitenlage und hast dabei deine Beine im 45 Grad Winkel angeordnet. Unter deiner Taille liegt ein Handtuch.
  • Das Becken wird mit langsamen Bewegungen zirka eine halbe Minute nach vorn und nach hinten gekippt.
  • Lege eine kleine Erholungspause ein.
  • Danach kannst du dieses Training noch drei- bis viermal wiederholen.
  • Nach diesen Übungseinheiten sollst du eine angenehme Wärme im Beckenbereich spüren.
    TIPP: Es ist wichtig, dass du die Bewegungen nicht zu hektisch durchführst.

Du kannst deine Dehn-Fähigkeiten zusätzlich überprüfen, indem du dich mit gestreckten Beinen bückst und dabei versuchst mit den Fingerspitzen den Boden zu berühren. Ist deine Wirbelsäule sehr beweglich, dann erreichst du den Boden. Sollte es bei dieser Übung zu Schmerzen kommen, dann bitte auf keinen Fall weitermachen. Es sollte ein Arzt konsultiert werden. Die Behandlung der Schmerzen im Lendenwirbel wird sich nach den Ursachen der Beschwerden richten.

Symptome

Durch Bewegungsmangel und eine schwache Rückenmuskulatur kommt es häufig zu Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die dann auch im Übergang zum Becken und zur Hüfte auftreten.

Mögliche Merkmale von Lendenwirbel Schmerzen sind

  1. Rückenschmerzen die auf das Becken, die Beine und auf das Hüftgelenk ausstrahlen.
  2. Die Schmerzen verstärken sich beim Niesen oder Husten
  3. Die Beschwerden treten im unteren Rücken ziehend oder drückend auf
  4. Ein Taubheitsgefühl in den Beinen und ein Lähmungsgefühl
  5. Probleme bei der Darm- und Blasenentleerung
  6. Gefühlsstörungen und ein Missempfinden
  7. Ein Kribbeln in den Beinen, ähnlich wie Nadelstiche
  8. Verspannungen in der Lendenregion
  9. Muskelschwäche und degenerative Abnutzungserscheinungen der Wirbelgelenke
  10. Schmerzen beim Aufstehen oder nach längerem Sitzen oder Liegen
  11. Schmerzen beim Anheben von Gegenständen oder beim Vorbeugen
  12. Ein Gefühl, dass der untere Lendenwirbel-Bereich ständig blockiert ist

Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es zu Anzeichen wie einem Kraftverlust in den Beinen oder einem Minderempfinden in diesem Bereich. Die Schmerzen sind teilweise sehr unterschiedlich ausgeprägt und manchmal auch lokal begrenzt. Teilweise strahlen die Lendenwirbel Schmerzen wie bereits angemerkt auch in die Nachbarregionen aus. So kann sich der Schmerz ausgehend vom 3. und 4. Lendenwirbel bis zur Vorderseite der Oberschenkel und zur Kniescheibe hinziehen.

Du siehst, die Schmerzen im Lendenwirbel-Bereich können sehr vielfältig geprägt sein. In der Folge muss vom Arzt eine exakte Diagnose erstellt werden, damit der Mediziner nicht eventuell bei der Behandlung vorschnell handelt. Anzumerken gilt es außerdem, dass sich bei Frauen Menstruationsbeschwerden nicht selten als starke Schmerzen im Lendenwirbel bemerkbar machen. Zudem können Beschwerden in der Lendenwirbel-Region auch Anzeichen einer krankhaften Erweiterung der Bauchschlagader sein. Die Schmerzen können außerdem als Entzugs-Merkmale bei einem Alkohol- oder Medikamenten Entzug auftreten. Des Weiteren könnten sie ein Zeichen von Stress sein.

Ursachen

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Dauern die Schmerzen im Lendenwirbel schon länger als ein halbes Jahr an, dann handelt es sich um ein chronisches Lendenwirbelsäulensyndrom. Dies ist eine eigenständige Krankheit die wahrscheinlich nicht auf Probleme mit der Bandscheibe zurückgeht. Ausstrahlende Schmerzen über den seitlichen Oberschenkel könnten auch Anzeichen einer Nervenirritation sein. Eine Muskelverspannung ist manchmal imstande einen ähnlichen Schmerz auszulösen wie etwa ein Bandscheibenvorfall. Zudem können auch Blockierungen des Iliosakralgelenks zu reflexartigen Verspannungen und in der Folge zu einer heftigen Schmerz-Ausstrahlung führen.

Muskeln und Fasern umgeben deine körperlichen Strukturen zu denen auch die Wirbelsäule und die Lendenwirbelsäule gehören. Alles ist fest mit dem Gewebe verankert. Einer der wichtigsten Muskeln an der vorderen Körperseite ist der Hüftbeuger. Er befindet sich am vierten und fünften Lendenwirbel und sorgt für die Funktion eines Hüftgelenks. Ist er verkürzt und nicht flexibel, wirkt sich das auf deine ganze Rückenregion aus.

Alarmschmerzen: Sie zeigen dir an, dass in deinem Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Facettensyndrom: Diese Erkrankung der Wirbelgelenke tritt häufig auch zusammen mit einem Wirbelgleiten oder anderen Veränderungen an der Bandscheibe auf.

Wirbelgleiten: Auch beim Gleitwirbel sind überhöhte Spannungen an Muskeln für die Beschwerden am Lendenwirbel verantwortlich. Auch dem Hüftbeuger fällt dabei eine Rolle zu. Bei längerem Sitzen entstehen starke Zugkräfte, die in Richtung Bauchraum ausstrahlen.

Hexenschuss: Er beginnt meist durch eine Blockade eines Wirbelgelenks, der dann Verkrampfungen an der Rückenmuskulatur auslöst. Der Hexenschuss entsteht meist durch Fehl- und Überbelastungen.

Bandscheibenvorfall: Zum Großteil wird ein Bandscheibenvorfall für die Schmerzen in der Region der Lendenwirbelsäule verantwortlich gemacht. Allerdings werden die Beschwerden im unteren Rückenbereich meist gar nicht dadurch ausgelöst. Häufig sind muskulär-fasziale Überspannungen für die Schmerzen verantwortlich. Sie lösen die Alarmschmerzen aus.

ISG-Blockade: Dabei handelt es sich um eine Einschränkung der Gelenkfunktion des Kreuz-Darmbein-Gelenks.

Weitere Ursachen der Schmerzen an der Lendenwirbelsäule

  • Entzündliche Erkrankungen oder Infektionen
  • Stress
  • Übergewicht
  • Fehlhaltung beim Bücken und Anheben von Gegenständen
  • Ruckartige Bewegungen
  • Degenerative Veränderungen der Wirbel

Behandlung

Was tun bei Lendenwirbel Schmerzen? Die Behandlung richtet sich nach den Ursachen der Beschwerden. Wenn du einen Arzt aufsuchst, wird der Mediziner für seine Diagnostik neben einem Arzt/Patientengespräch möglicherweise auch bildgebende Verfahren einsetzen. Dazu zählen das Röntgen, eine CT oder MRT. Daneben kann er dein Blutbild im Labor testen lassen und Nerven- und Gefäß-Funktionen messen. Vor allem gilt es zu klären, ob die Schmerzen wirklich direkt von der Lendenwirbelsäule ausgehen. Es könnte sich auch um eine Projektion aus anderen Bereichen wie etwa dem Hüftgelenk handeln. Bei Übergewicht sollst du dein Gewicht reduzieren. Handelt es sich aber vielleicht um Menstruationsbeschwerden, die in diese Region ausstrahlen, dann sind eine Wärmeflasche und eine Tasse Kamillentee meist hilfreich.

Liebscher & Bracht: Bei der Behandlung der Lendenwirbel Schmerzen nach Liebscher & Bracht spielt dein Schmerzzustand eine entscheidende Rolle. Nach der Diagnose beim Arzt kannst du dich bei starken Rückenschmerzen an einen Schmerztherapeuten wenden. Zusammen mit dem Osteopressur von Liebscher & Bracht wird man dich wieder so schmerzfrei drücken, dass du nach einigen Behandlungen eine deutliche Besserung verspürst. Danach kannst du diese Liebscher & Bracht-Übungen auch zu Hause ausführen, damit du deine Schmerzen verlierst und deine Beweglichkeit wiedererlangst. In der Folge wirst du dir auch Behandlungen beim Therapeuten ersparen. Es ist wichtig, dass du bei deinem Rückentraining von Liebscher & Bracht am Ball bleibst. Vor allem die Engpassdehnungen sollst du in dein tägliches Programm aufnehmen.

Durch ein gezieltes Training der Rückenmuskulatur und auch mit Massagen und Wärmetherapien lässt sich die Durchblutung der betroffenen Muskeln und Gelenke verbessern. Außerdem werden die muskulären Verspannungen gelockert und gelöst. Häufig stehen Verspannungen auch im Zusammenhang mit großem Stress. Zur Vermeidung von Anspannungen kann zum Beispiel Yoga und Autogenenes Training helfen.

Der Arzt wird bei Schmerzen im Lendenwirbel als erste Maßnahme Schmerzenmittel oder Injektionen verordnen. Zudem kommen auch Medikamente, die anti-entzündlich wirken infrage. Der Mediziner wird dir womöglich auch zur Schonung raten. Eine massive Muskelverspannung wird der Arzt mit Muskelrelaxantien behandeln. Durch die kurzfristige Einnahme der Medikamente wird der Schmerzkreislauf unterbrochen, sodass du dich wieder entspannen kannst. Mit einer Schonhaltung wird deine Muskulatur noch zusätzlich entlastet. Da auch Wärme bei Schmerzen an der Lendenwirbelsäule meist als sehr wohltuend empfunden wird, können auch spezielle Wärmepflaster für eine Schmerzlinderung sorgen.

Was kann noch bei Schmerzen an der Lendenwirbelsäule helfen?

Mit einer Stufenbettlagerung kannst du deine Lendenwirbelsäule sehr gut entlasten. Du schnappst dir dazu eine Unterlage und legst deinen Rücken ganz flach darauf. Ober- und Unterschenkel liegen parallel, im rechten Winkel zueinander. Du kannst diese Entspannungsübung mehrmals am Tag durchführen. Durch die Ruhe wird die Wirbelsäule entlastet. Allerdings kann zu langes Liegen deine Beschwerden noch verstärken, da deine Muskeln Bewegung brauchen.

Übungen nach Roland Liebscher-Bracht

Von Liebscher & Bracht werden dir Behandlungsansätze angeboten, mit denen du eine Chance erhältst, langfristig schmerzfrei zu bleiben. Du musst dazu natürlich selber aktiv werden.

Faszien-Rollmassage:

Diese Art der Selbstmassage kannst du selber durchführen. Dazu benötigst du eine Mini-Faszien Kugel. Du nimmst sie in eine Hand und beginnst am linken Bein mit der Massage. Sie wird in Höhe des Schritts auf den linken Oberschenkel gedrückt. Finde den empfindlichen Druckpunkt am Knochen. Genau dort lässt du die kleine Kugel (mit Druck) mit kleinen Bewegungen kreisen. Auf diese Weise werden die Muskeln, die an deinem Bein ansetzen massiert. Diese Massage wird auf beiden Seiten zirka zwei bis zweieinhalb Minuten durchgeführt.

Umgang mit der Medi-Rolle:

Du sitzt dabei auf einer Matte und platzierst die Medi-Rolle unter deine Sitzfläche. Dabei nimmst du auf der Rolle eine Position ein, bei der dein Steißbein in die Vertiefung der Medi-Rolle passt. Nachdem du dieses Übungsgerät richtig ausgerichtet hast, beginnst du damit immer in die Richtung zum unteren Rücken zu rollen. Führe die Roll-Bewegungen immer nur langsam und kontrolliert in eine Richtung aus. Du kannst dich dabei mit den Armen vom Boden abstützen.

Hüftbeuger aufdehnen:

Du setzt dich dazu auf die Matte und streckst beide Beine nach vorne. Schiebe dazu das linke Bein unter die Kniekehle des ausgestreckten rechten Beins. Die Beine müssen einen rechten Winkel bilden. Danach wird das rechte Bein nach hinten geführt. Versuche es so gut wie nur möglich zu strecken. Gehe bei dieser Dehnübung langsam vor, denn dein Körper muss sich erst daran gewöhnen. Diese rechtwinkelige Position (des linken Beins) wird beibehalten. Deine rechte Hand kommt dabei zur Unterstützung unter die Ferse. Mit dem anderem Arm stützt du dich auf und versuchst dich dabei aufzurichten. Verharre zirka zwei Minuten in dieser Position und bemühe dich dabei zu entspannen. Danach wird die Dehnung mit dem anderen Bein ausgeführt.

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