Ist ein Nerv eingeklemmt reagiert Dein Körper sofort und Du empfindest Schmerzen, Schwindel oder eine Reihe anderer Symptome. Machst Du diese Erfahrung zum ersten Mal im Leben, ist es durchaus nicht ungewöhnlich sich um die eigene Gesundheit zu sorgen, da nicht immer eine unmittelbare Ursache zu erkennen ist.

In diesem Ratgeber erfährst Du mehr darüber, wie ein Nerv eingeklemmt werden kann und welche erste Hilfe und Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Wie macht sich ein eingeklemmter Nerv bemerkbar?

Wird ein Nerv im Nacken eingeklemmt oder treten die Beschwerden am Schulterblatt oder den Rippen auf, ist es kaum möglich die Symptome nicht zu bemerken. Eines der häufigsten Symptome sind starke Schmerzen. Diese empfindest Du entweder als brennend oder stechend. Das Auftreten der Schmerzen ist häufig lokal auf die betreffende Körperregion beschränkt, wodurch nicht lange nach dem eingeklemmten Nerv gesucht werden muss.

Die Knochen tragen an einem eingeklemmten Nerv in der Regel keine Schuld. Oftmals ist das Gewebe rund um den betroffenen Nerv geschwollen, wodurch Druck ausgeübt wird. Das hindert die Nerven daran die gewohnten Aufgaben auszuüben und sendet Störsignale an Dein Gehirn. Motorische Nerven reagieren auf den ausgeübten Druck meist mit Schmerzen oder auch Lähmungserscheinungen. Ist ein Nerv eingeklemmt, der zu den sensiblen Nerven gehört sind Taubheitsgefühle an der betreffenden Stelle oder auch die Neigung zu Schwindelgefühlen die Folge.

Erste Maßnahmen zum Mildern der Schmerzen

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Bemerkst Du, dass ein Nerv eingeklemmt ist, bedeutet dies nicht in Panik zu geraten oder direkt ein Krankenhaus aufzusuchen. Oftmals tragen auch Hausmittel dazu bei, die Schmerzen in betroffenen Bereichen wie Hüfte oder Hals zu lindern und den Druck zu entlasten. Einige Maßnahmen zur ersten Hilfe findest Du hier.

Wärme

Verspannte und geschwollene Muskeln zu entlasten, gelingt am besten mit Wärme. Befindet sich eine Wärmelampe oder ein Heizkissen in Deinem Haushalt, sind diese ideal geeignet, um die betroffenen Bereiche zu behandeln, ohne Dir weitere Schmerzen zuzufügen. Tritt der Schmerz in Folge einer Renovierung oder der Überanstrengung beim Sport auf, ist es sinnvoll Dir in den nächsten Tagen Ruhe zu gönnen. Das hilft den Druck zu entlasten und Schädigungen der Nerven vorzubeugen. Während der Arbeit können Dir Wärmepflaster helfen den Tag zu überstehen. Diese liegen direkt auf der Haut auf und sind unter der Kleidung so gut wie unsichtbar.

Massage

Ist ein Nerv eingeklemmt im Rücken oder einem anderen nur schwer erreichbaren Bereich, kann eine Massage helfen die Beschwerden zu mindern. Diese Massage sollte jedoch von erfahrenen Händen ausgeführt werden, damit die betroffenen Muskeln wirklich den Druck vermindern und sich die Problematik nicht weiter verstärkt. Je weiter der Druck reduziert wird, umso leichter gelingt es Dir auch Entzündungen ausheilen zu lassen.

Lockerung der Muskeln

Hast Du einen Nerv im Rücken eingeklemmt ist die vorsichtige Lockerung der verhärteten Muskulatur zu beachten. Hierbei kann Bewegung hilfreich sein. Da die Schmerzen nur spürbar sind, solange der betroffene Bereich belastet wird, ist es dennoch möglich andere Bewegungen auszuführen. Ein Spaziergang kann Dir helfen den Tag nicht ausschließlich in Schonhaltung zu verbringen und schneller wieder fit zu werden.

Typische Symptome für dieses Krankheitsbild

Wird ein Nerv eingeklemmt, kann sich dies mit verschiedenen Symptomen bemerkbar machen. Diese sind mitunter von einem medizinischen Laien nicht sofort mit den Nerven in Verbindung zu bringen. Für einen Arzt sind diese Symptome jedoch wichtige Hinweise, um die richtige Behandlung einzusetzen, bevor der Druck zu Schädigungen an den Nerven führt.

Schmerzen

Wird der Druck auf den Nerv etwa durch einen Unfall sehr schnell aufgebaut, werden auch die Schmerzen als stechend empfunden. Schwillt das Gewebe aufgrund einer Entzündung an, kannst Du den Schmerz auch als dumpfer empfinden. Wird der Nerv eingeklemmt hält der Schmerz an, bis die Ursache für das Auslösen der Symptome langsam ausklingt. Die Dauer der Schmerzen in der Brust oder dem Rücken hängen von der Schwere der Beschwerden ab. Bei sehr starken Schmerzen solltest Du einen Arzt aufsuchen, um untersuchen zu lassen, ob ein Nerv eingeklemmt ist oder eine andere Ursache vorliegt.

Taubheitsgefühl

Ist ein sensibler Nerv betroffen können auch Taubheitsgefühle auftreten. Grund dafür ist eine Unterbrechung der Reize, die vom Gehirn über die Muskeln ausgesendet werden, um zum Beispiel eine Bewegung der Arme auszuführen. Durch den Druck werden die Reize nicht weitergeleitet und ein Gefühl der Taubheit in diesem Bereich entsteht. Damit es sich hierbei nicht um einen dauerhaften Nervenschaden handelt, ist es wichtig Dich mit diesem Symptom in ärztliche Behandlung zu begeben.

Lähmung

Betrifft die Schwellung einen motorischen Nerv, ist eine Lähmung dieses Bereichs kein ungewöhnliches Symptom. Da keine Reize mehr übertragen werden, ist der Nerv quasi inaktiv und eine Lähmung dieses Bereichs tritt auf. Mit diesem Symptom solltest Du sofort einen Arzt aufsuchen, um die Ursache zu finden und zu behandeln. Das beugt einer dauerhaften Schädigung vor und hilft Dir Dich zu beruhigen, da Lähmungen natürlich auch mit Ängsten und Stress verbunden sind.

Beeinträchtigter Bewegungsablauf

Ist ein Nerv eingeklemmt im Nacken, hindern Dich die Schmerzen häufig an einem regulären Tagesablauf. Bereits den Kopf in eine bestimmte Richtung zu drehen, kann so gut wie unmöglich werden. Verstärkt wird die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit, sobald ein Nerv eingeklemmt ist, durch die natürliche Schonhaltung des Körpers. Dieser versucht dem Schmerz vorzubeugen, der sich insgesamt negativ auf Deinem Organismus auswirkt.

Übelkeit und Erbrechen

Symptome wie Übelkeit oder sogar Erbrechen treten bevorzugt bei sensiblen Nerven auf, welche sich in der Nähe der Halswirbelsäule befinden. Der Körper reagiert in diesen Fällen sehr stark auf die Unterbrechung der Reizübertragung. Da medizinische Laien die Verbindung zwischen einem eingeklemmten Nerv und der Übelkeit nicht zwangsläufig selbst herstellen können, ist es wichtig Dir ärztliche Hilfe zu suchen. Dieser beginnt meist sofort mit der Behandlung, um Dir eine normale Tagesgestaltung zu ermöglichen.

Schwindel

Ein weiteres sehr unangenehmes Symptom ist Schwindel. Ist der Nerv eingeklemmt führt dies im Gehirn zu Verwirrung, da die ausgesendeten Impulse nicht mehr ankommen. Dies kann auch Schwindel zur Folge haben. Tritt dieses Symptom, ohne erkennbare Schmerzen auf, ist oft nur ein Arzt in der Lage den Zusammenhang zwischen dem Nerv und dem Schwindelgefühl herzustellen.

Ursachen für plötzlich auftretende Probleme

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Geht dem eingeklemmten Nerv keine direkte Ursache wie ein Unfall oder Sturz voraus, gibt es zahlreiche alternative Gründe. Da es sich bei den meisten um wiederkehrende Ursachen handeln kann, findest Du an dieser Stelle vier häufige Auslöser näher beschrieben.

Verengter Wirbelkanal

Ein verengter Wirbelkanal oder medizinisch ausgedrückt eine Spinalkanalstenose tritt auf, wenn der Wirbelkanal, der durch die Wirbelsäule verläuft, zu eng ist. Wird in dieser Folge ein Nerv eingeklemmt, kann dies sofort zu starken Schmerzen oder auch Lähmungserscheinungen in den Beinen führen. Die eigentliche Schutzfunktion des Wirbelkanals wird somit aufgehoben und Patienten mit dieser Problematik müssen mitunter den Beruf und die Freizeitgestaltung auf das Krankheitsbild abstimmen, um nicht ständig mit eingeklemmten Nerven leben zu müssen. Die Spinalkanalstenose kann entweder angeboren sein oder erst später auftreten. Die Patienten sind oftmals in langjähriger medizinischer Behandlung oder entschließen sich auch zu einem operativen Eingriff, damit der verengte Wirbelkanal nicht länger die Gestaltung des Lebens einschränkt.

Eingeklemmter Ischiasnerv

Der Ischiasnerv verläuft von der Wirbelsäule bis zu den Zehen. Ist eine der Nervenbahnen des Ischiasnerv betroffen strahlen die Schmerzen nicht selten von der Taille bis zu den Füßen aus. In einigen Fällen ist der eingeklemmte Ischiasnerv erst durch einen Bandscheibenvorfall aufgetreten. Durch die Kombination dieser beiden Schmerzen ist es Dir mitunter nicht mehr möglich Dich schmerzfrei fortzubewegen oder aus eigener Kraft einen Arzt aufzusuchen. In diesen Fällen ist es ratsam einen medizinischen Notdienst zu verständigen, um Dich nicht lange mit Schmerzen quälen zu müssen. Typisch für einen eingeklemmten Ischiasnerv ist auch die lokale Beschränkung auf ein Bein. Dies ist der Aufteilung der Nervenbündel nach dem Austritt aus dem Wirbelkanal zu verdanken. Für Ärzte kann dieses Symptom mitunter einen ersten Aufschluss darüber geben, an welcher Stelle sich der eingeklemmte Nerv befindet.

Karpaltunnel-Syndrom

Das Karpaltunnel-Syndrom tritt in den Unterarmen und Händen aus. Ursache ist einer Verengung des Karpaltunnel, welcher wiederum Druck auf den Mittelarmnerv ausübt. Verantwortlich hierfür sind Überanstrengungen der Hände ebenso wie Verletzungen oder Entzündungen. Neben Schmerzen gehören Kribbeln und Taubheitsgefühle zu den Symptomen eines Karpaltunnel-Syndroms. Besonders ausgeprägt sind diese Symptome am Daumen, Zeigefinger sowie dem Mittelfinger. Im Zuge dieses eingeklemmten Mittelarmnervs ist es schwierig den Alltag wie gewohnt zu bewältigen, da allein das Greifen von Gegenständen bereits mit Problemen verbunden ist.

Bandscheibenvorfall

Ist ein Nerv eingeklemmt aufgrund eines Bandscheibenvorfalls berichten Betroffene in der Regel von sehr großen Schmerzen, die eine sofortige Behandlung erforderlich machen. Ein Problem des Bandscheibenvorfalls ist die genaue Position der Beschwerden zu bestimmen. Die Bandscheiben verteilen sich über die gesamte Länge der Wirbelsäule und sorgen dort für deren Stabilität sowie die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel. Strahlen die Schmerzen oder auch Taubheitsgefühle bis in die Beine aus, ist dies meist ein Zeichen für einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbel.

Behandlungsmöglichkeiten für einen eingeklemmten Nerv

Ist ein Nerv eingeklemmt in der Schulter oder einem anderen Bereich des Körpers minimiert sich schnell die gesamte Bewegungsfähigkeit. An dieser Stelle fragst Du Dich bestimmst zuerst, welcher Arzt für die Behandlung zuständig ist. Sind Sie Schmerzen nicht so akut, dass Du die Notaufnahme besuchen musst, ist Dein Hausarzt die erste Anlaufstelle. Dieser kann den eingeklemmten Nerv diagnostizieren und Dich bei Bedarf an einen Facharzt überweisen.

Klassische Behandlungen

Zu den klassischen Behandlungen beim Hausarzt gehört oftmals eine Blutuntersuchung. Hierbei wird festgestellt, ob eine Entzündung für das angeschwollene Gewebe die Verantwortung trägt. Gleichzeitig werden die akuten Schmerzen mit Spritzen in den betroffenen Bereich oder auch anderen Medikamenten behandelt. Handelt es sich um eine Wirbelverengung erfolgt die Überweisung an einen Orthopäden. Diese übernimmt die weitere Behandlung. Ziel ist es so gut wie immer Nervenschäden zu vermeiden und eine vollkommene Genesung zu erreichen. Ist dies nicht möglich wird im weiteren Verlauf der Behandlung alles unternommen, um den Patienten ein möglichst schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

Alternative Heilmethoden

Wird ein Nerv eingeklemmt durch Überanstrengung können Dir auch alternative Heilverfahren wie Akupunktur oder Massagen weiterhelfen. Wichtig ist es die Signale Deines Körpers sehr genau zu beobachten. Klingen die Beschwerden nicht ab oder verschlimmern sich sogar ist es an der Zeit einen Arzt aufzusuchen, damit die Ursache bestimmt und die passende Therapie angewendet wird.

Medizinische Eingriffe

Eine Operation wird von keinem Arzt vorschnell oder leichtfertig empfohlen. Vorangegangen sind so gut wie immer wochen- oder monatelange Behandlungen. Sind diese nicht erfolgreich steigt die Gefahr, dass ein dauerhafter Schaden an den Nerven entsteht. In den Operationen wird die Verengung künstlich gelöst. Ist der Nerv eingeklemmt, können nach der Operation die Reize wieder weitergeleitet werden. Ob die Eingriffe wirklich erfolgreich waren, zeigt sich nach einigen Tagen, da auch durch die Operation Schwellungen und Schmerzen auftreten können.

Fünf Tipps, um einer Muskelverhärtung vorbeugen

Neben einer erblichen Vorbelastung für Bandscheibenvorfälle und andere Beschwerden, die einen eingeklemmten Nerv nach sich ziehen, sind andere Ursachen direkt auf die eigene Lebensweise zurückzuführen. Mit den folgenden fünf Tipps, musst Du in Zukunft mit einem geringeren Risiko leben noch einmal diese Symptome zu erleben.

1. Keine monotonen Bewegungen

Im Beruf sitzt Du mitunter über viele Stunden oder führst immer wieder die gleichen Bewegungen aus. Hier ist es wichtig einen Ausgleich zu finden. Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren oder in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang zu unternehmen, beugt Schäden der Wirbel und Verhärtungen der Muskeln vor.

2. Gesunde Ernährung

Ist ein Nerv eingeklemmt, kann auch eine gesunde Ernährung hilfreich sein. Je besser der Körper mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt ist, umso weniger anfällig bist Du für diese Probleme. Das Normalgewicht zu halten ist ebenfalls eine Möglichkeit die Risikofaktoren zu reduzieren.

3. Sport stärkt die Muskulatur

Regelmäßige Bewegung beugt Schmerzen und Beschwerden vor und hilft Deine Muskulatur zu stärken. Treten die Schmerzen bevorzugt in Deinem Rücken auf, kann auch die Rückenschule helfen. Diese Kurse werden von der Krankenkasse vermitteln und zum Großteil auch bezahlt.

4. Stress reduzieren

Stress kann Bandscheibenvorfälle begünstigen und sich in vielerlei Hinsicht negativ auf Deinen Körper auswirken. Mit der Reduzierung von Stress kannst Du dazu beitragen den Therapieerfolg zu beschleunigen.

5. Schonhaltung vermeiden

Schmerzen zwingen den Körper oft in eine unnatürliche Schonhaltung. Diese solltest Du nach Möglichkeit vermeiden, damit die Muskeln keine weiteren Verhärtungen bilden und die Beschwerden auch an anderer Stelle auftreten.

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