Dein Ellenbogengelenk hat im Laufe des Tages so einiges zu leisten. Es ist beim Greifen, Heben, Schlagen und Stützen dabei. Schmerzen im Ellenbogen greifen daher auch sehr stark in deinen Alltag ein.

Das kompliziert aufgebaute Ellenbogengelenk bewegt sich ähnlich wie ein Scharnier gleichzeitig auf und ab. Dein Ellenbogen kann sich zudem rotierend um die eigene Achse bewegen. Er besteht aus dem Oberarm-Ellen-Gelenk, dem Oberarm-Speichen-Gelenk sowie dem proximalen Ellen-Speichen-Gelenk. Diese drei Teilgelenke umgibt eine Gelenkkapsel. Die zahlreichen Muskeln und Sehnen rund um den Ellenbogen werden mithilfe von mit Flüssigkeiten gefüllten Schleimbeuteln beweglich gehalten. Stabilisiert und geführt wird das Gelenk von zwei Seitenbändern und dem Ringband.

Schmerzen im Ellenbogen können beim Strecken und Greifen auftreten. Sie werden zudem durch Falsch- und Überbelastungen hervorgerufen. Auch Verletzungen und entzündliche Erkrankungen können für Beschwerden verantwortlich sein. Je nach Ursache können die verschiedenen Arten der Schmerzen im Ellenbogen unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten. Wenn du gestürzt bist oder dir eine Prellung zugezogen hast, dann kennst du die Ursache der Schmerzen im Unterarm und Ellenbogen. Die Beschwerden können von einem unangenehmen Druckgefühl bis zu starken Schmerzen reichen. Auch wenn du es bei Sportarten wie Tennis oder Golf übertrieben hast, können Schmerzen im Ellenbogen und Schulter auftreten. Zudem ist es möglich, dass entzündliche Erkrankungen wie etwa eine Arthritis oder eine Sehnenscheidenentzündung für stechende Schmerzen im Ellenbogen verantwortlich sind. Solange der Ellenbogen „nur“ schmerzt aber weder geschwollen noch entzündlich überwärmt, kannst du die Stelle entweder mit Hausmitteln oder mithilfe einer Sportsalbe selber behandeln. In dieser Zeit ist es wichtig, dass du den Arm schonst, bis er wieder schmerzfrei und frei beweglich ist. Eine Bandage kann das überlastete und überdehnte Gelenk zusätzlich von außen unterstützen. Sollten die Schmerzen im Ellenbogen nach drei Tagen noch immer nicht verschwunden sein, sollst du auf jeden Fall deinen Arzt aufsuchen. Im Rahmen des Patienten/Arzt Gespräches wird abgeklärt, ob die Schmerzen im Außenbereich oder innen im Ellenbogenspalt sitzen. Der Arzt wird außerdem von dir wissen wollen, ob die Schmerzen etwa auch beim Beugen und beim Aufstützen auftreten.

Ursachen und Symptome

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Der Ellenbogen setzt sich aus drei Teilgelenken zusammen, die von einer gemeinsamen Gelenkkapsel umgeben sind. Weitere Bestandteile des Ellenbogengelenks sind Knorpel, Gelenkflüssigkeiten und Sehnen sowie drei starke Bänder welche das Gelenk stabilisieren. Alle diese Teilbereiche können Auslöser für die Schmerzen im Ellenbogen sein. Man unterscheidet zwischen verletzungsbedingten und entzündungsbedingten Ellenbogenschmerzen. Außerdem können die Beschwerden auch durch eine zu starke Belastung beim Sport (Golf, Tennis, Squash) hervorgerufen werden. Chronische Ellenbogenschmerzen verursachen über einen längeren Zeitraum ein dauerhaftes Schmerzgefühl. Sie verschwinden meist nicht von allein und sollten daher unbedingt von einem Arzt behandelt werden.

Ellenbogenschmerzen, die durch eine Luxation (Verrenkung) bei einem Sturz hervorgerufen werden, verursachen in der Regel stechende Schmerzen und eine Beugehemmung. Eine Auswärtsdrehung ist in der Regel gar nicht mehr möglich. Oberarm und Unterarm sind gegeneinander verschoben, sodass die Gelenkflächen nicht mehr übereinander liegen. Nach dem „Wiedereinrenken“ ist vielfach eine weitere Therapie erforderlich. Beim sogenannten „Tennisarm“ kommt es zu Schmerzen am Sehnenansatz der Hand- und der Fingerstreckmuskeln. Ähnliche Symptome treten auch bei einem „Golfellenbogen“ auf. Anders als beim Tennisarm schmerzt hier die Innenseite des Ellenbogens. Beim RSI-Syndrom können die Schmerzen bis in die Finger ausstrahlen. Es wird beispielsweise durch immer gleichbleibende Tätigkeiten am Computer ausgelöst. Bei einer Arthritis wiederum spürst du die Schmerzen im Ellenbogen beim Strecken und Greifen. Deine Beweglichkeit wird dadurch stark eingeschränkt. Bei einer Arthrose (Verschleiß des Gelenkknorpels) treten die Beschwerden meist dann auf, wenn du den Arm belastest. Im Laufe der Zeit kommt häufig auch ein Ruheschmerz dazu. Sobald es zu einem Riss der Bizepssehne (beim Anheben von schweren Gegenständen) kommt, ist dein Bizeps kraftlos. Bei einer Untersuchung wird der Facharzt feststellen, dass er die Sehne im Ellenbogen nicht mehr ertasten kann. Die Stabilität des Ellenbogengelenks ist deutlich reduziert.

Weitere Symptome die auftreten können:

  • ein Wärmegefühl im Ellenbogen
  • Probleme beim Anwinkeln durch eine Ellenbogenfraktur
  • Schwellung des Ellenbogengelenks
  • Druckschmerzhaftigkeit
  • Taubheit der Finger durch den eingeklemmten Nervus Ulnaris
  • stechende Schmerzen am Sehnenansatz des Ellenbogens
  • ein Knacken bei bestimmten Bewegungen

Diagnose

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Für deine Schmerzen im Ellenbogen können wie bereits angeführt, verschiedene Ursachen verantwortlich sein. Nicht selten verschwinden die Beschwerden nach kurzer Zeit von ganz allein. Hast du zum Beispiel deinen Arm einen Tag lang ungewohnt stark belastet, können dich heftige Ellenbogenschmerzen quälen. Hast du starke Schmerzen im Ellenbogen, dann sollst du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Bei einem Arzt/Patientengespräch wird dir der Mediziner situationsgerechte Fragen zu deiner Gesundheit stellen, damit er schon einmal eine Diagnose stellen kann. Er wird von dir wissen wollen, ob es eine allgemeine Erkrankung gibt und wie es mit sportlichen oder beruflichen Strapazen aussieht. Können die Schmerzen im Ellenbogen von einer Prellung bei einem Sturz herrühren? Wie ist der Schmerzverlauf?

Weitere Fragen die von Arzt gestellt werden

Treten die Schmerzen eventuell bei bestimmten Bewegungen auf? Mit einer richtigen Diagnose können die Beschwerden dann auch entsprechend behandelt werden. Der Arzt wird dich fragen seit wann die Schmerzen auftreten. Arbeitest du womöglich viel mit einer Computer-Tastatur und mit einer Maus? Es werden möglicherweise verschiedene Bewegungstests durchgeführt. Der Arzt wird auch prüfen, ob das Ellenbogengelenk angeschwollen ist. Je nach Art der Beschwerden wird der Mediziner zusätzliche Untersuchungen anordnen. Gerade nach einem Sturz oder wenn eine Arthrose bekannt ist, muss eine gründliche Untersuchung des Ellenbogens erfolgen. Beim Arzt wird man außerdem prüfen, ob eventuell eine Gelenkschwellung oder ein Gelenkerguss vorhanden ist. Erst nach einer genauen Befragung durch den Mediziner und einer äußerlichen Untersuchung kann die Diagnose erstellt werden. Nach akuten Verletzungen bei einem Sturz oder nach anstrengenden sportlichen Betätigungen lassen sich die Schmerzen im Ellenbogen schnell ermitteln. Je nach Art der Erkrankung muss für die Erstellung der Diagnose auf ein bildgebendes Verfahren zurückgegriffen werden. Wird ein Knochenschaden vermutet, dann werden im Allgemeinen Röntgenaufnahmen notwendig. Zu diesen zusätzlichen Untersuchungen gehören auch Ultraschalluntersuchungen oder die Kernspintomographie (MTR).

Wann musst du zum Arzt?

Sollten die Schmerzen im Ellenbogen über drei Tage anhalten, ist es ratsam, dass du einen Arzt aufsuchst. Auch bei einer Schwellung des Ellenbogengelenks oder bei einer Überwärmung ist ein Arztbesuch fällig. Ebenso ist es wichtig, dass du bei einer Prellung und Verrenkung sowie bei einer stark eingeschränkten Beweglichkeit deines Unterarms den Arzt konsultierst. Der Mediziner wird versuchen den Ursachen deiner Beschwerden auf den Grund zu gehen. Nachdem er an deinem Arm eine Beweglichkeitsprüfung vorgenommen hat, kann er über zusätzliche Maßnahmen entscheiden. Dein Ellenbogen wird zuerst einmal vorsichtig abgetastet. Dabei achtet der Mediziner beispielsweise auf Schwellungen und Gelenkergüsse. Er überprüft zudem deine aktive und passive Beweglichkeit des Arms. Unter Umständen sind neben der körperlichen Untersuchung auch noch folgende Maßnahmen erforderlich:

  • eine Punktion kann bei einer Flüssigkeitsansammlung weitere Erkenntnisse bringen
  • Röntgenaufnahmen bei Verdacht auf einen Knochenbruch
  • mit einer Ultraschalluntersuchung lässt sich eine Schleimbeutelentzündung feststellen
  • bei einer Blutuntersuchung lassen sich Entzündungswerte bestimmen
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

Bei Verdacht auf eine Schleimbeutelentzündung musst du deinen Arm kühlen und schonen. Zudem wird dir dein Arzt eventuell auch entzündungshemmende Schmerzmittel verschreiben. Sollte sich eine Rötung über den Arm ausbreiten, dann wird vielleicht sogar die Verabreichung eines Antibiotikums notwendig werden.

TIPP: Tritt die Entzündung häufiger auf, ist eventuell sogar eine operative Entfernung sinnvoll.

Die Therapie von Ellenbogenschmerzen richtet sich in der Regel nach den Ursachen und Symptomen. Beschwerden infolge von Überlastungen verschwinden meist, sobald der Arm geschont wird. Allerdings können kühlende Gels und Salben Linderung verschaffen. Alle anderen Schmerzen müssen dagegen ärztlich behandelt werden. Sobald das Gelenk ruhig gestellt werden muss, wird entweder ein Salbenverband angelegt oder es erfolgt eine Schienung des Gelenks.

Untersuchungen

Der erste Weg bei langanhaltenden (länger als drei Tage) Ellenbogenschmerzen führt dich in der Regel zu deinem Hausarzt. Sobald dieser die Ursachen diagnostiziert hat, wird er dich im Allgemeinen an einen Facharzt der Orthopäde verweisen. Dieser Mediziner wird nach einer weiteren Untersuchung (eventuell mit einem bildgebenden Verfahren) die weiteren Maßnahmen festlegen und eine geeignete Behandlung oder Therapie vorschlagen. Bei einem Tennis- oder Golfellenbogen wird das Gelenk meist ruhig gestellt und geschont. Ein Salbenverband kann dabei sehr hilfreich sein.

Eine Nervenschädigung wie beim Sulcus-Ulnaris-Syndrom lässt sich mit einer elektroneurografischen Untersuchung herausfinden. In einem solchen Fall ist nicht selten eine Operation erforderlich. Hat man bei der Untersuchung eine Luxation festgestellt, müssen die „verschobenen“ Strukturen professionell eingerenkt werden. Wenn du unter starken, chronischen Ellenbogenschmerzen zu leiden hast, werden diese eventuell stationär mit Gelenkspülungen behandelt. Zudem können dir auch Injektionen oder Medikamente, die Kortison enthalten eine Linderung verschaffen.

Eventuell wird dir der Arzt nach der Untersuchung auch zu einem Muskeltraining raten, damit die Muskulatur des Ellenbogens besser gestärkt wird. Beim Schwimmen zum Beispiel trainierst du deine Muskeln ohne das Ellenbogengelenk all zu stark zu belasten.

Behandlung

Viele Ursachen von Schmerzen im Ellenbogen lassen sich heutzutage mittels einer Gelenkspiegelung beseitigen. Bei einer Arthrose wiederum ist es möglich in der Nähe der Gelenke eine Osteotomie durchzuführen. Lassen sich die Schmerzen am Ellenbogengelenk nicht mit konservativen Maßnahmen beseitigen wird der Ellenbogen häufig auch einer Elektrotherapie oder einer Ultraschallbehandlung unterzogen. Zu den konservativen Maßnahmen gehören Kälte- und Wärmebehandlungen oder Bandagen sowie Schmerzmittel in Salben und Tablettenform. Chronische Schmerzen im Ellenbogengelenk können bei einem Krankenhausaufenthalt mit einer Plexus-brachialis-Blockade behandelt werden. Bei dieser Methode wird dir ein Katheter gelegt, mit dem die Nerven in deinem Arm mehrmals täglich mit Schmerzmittel beruhigt werden. Sind all diese Therapiemaßnahmen nicht ausreichend, können operative Maßnahmen als letzte Option in Betracht gezogen werden.
Behandlung nach einem Sturz

Wenn du stürzt, fängst du dich in der Regel mit den Händen ab. Es kann aber auch vorkommen, dass du auf deinen Ellenbogen oder auf den Knien landest. Dann kommt es häufig zu einer Prellung des Weichteilgewebes. Zudem werden meist auch die Nerven und Lymphbahnen in unmittelbarer Nähe des Ellenbogens oder der Knie in Mitleidenschaft gezogen. Das Gewebe schwillt an und du verspürst starke Schmerzen. Nicht selten kommt es bei einem Sturz auch zu einem Knochenbruch. Es bildet sich ein blauer Fleck. Bei einem einfachen Hämatom sind Schonung und Kühlung der schmerzhaften Stelle meist als Therapie ausreichend. Besteht allerdings der Verdacht eines Knochenbruchs, musst du in ein Krankenhaus. Dort werden von deinem Ellenbogen (oder Knie) Röntgenbilder angefertigt. Der Arm wird entweder mit einem Oberarmgips in Position gehalten oder er muss operiert werden.

Weitere effektive Behandlungsmaßnahmen bei Schmerzen im Ellenbogen

Folgende unterstützende Behandlungsmaßnahmen sind auch effektiv bei Ellenbogenschmerzen:

  • Psychotherapie: Durch gezieltes Dehnen und Strecken der Muskeln wird einer Überlastung des Ellenbogens vorgebeugt.
  • Massagen: Sie tragen auch zur Regenerierung des Ellenbogens bei.
  • eine Kälte- oder Wärmebehandlung: zur effektiven Schmerzlinderung
  • Bädertherapie und Wassertherapie: zur Entspannung und Kräftigung der Muskeln
  • Ultraschallbehandlung und Elektrotherapie
  • Stoßwellentherapie

Vorbeugung & Prävention

Beschwerden im Ellenbogen, die durch eine Ellenbogenarthrose entstehen, denen kannst du nicht gänzlich vorbeugen. Im Vergleich dazu ist es aber durchaus möglich die überlastungsbedingten Schmerzen zu verhindern. Gelenke belastende Sportarten wie Tennis und Golf sollten nicht exzessiv ausgeübt werden, wenn du in der Vergangenheit schon häufiger unter Ellenbogenschmerzen zu leiden hattest. Bei einseitig wiederholenden Tätigkeiten kannst du beispielsweise öfter einmal den Arm wechseln und Gelenkschoner tragen. Ein ergonomischer Bürostuhl und Schreibtisch schonen die Arme und Ellenbogen bei der Computerarbeit. Während deiner Büroarbeit beugst du mit Entspannungsübungen Folgeschäden durch einseitige Beanspruchungen vor. Ein Ruhigstellen des Arms und dadurch eine Schonung und Entlastung kann die Schmerzen mindern und neuen Beschwerden vorbeugen.

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